Steckbrief DSB P

Im Zuge mit der Beschaffung von UIC-Reisezugwagen der Gattungen B, A, BD, AB sowie Bn, An, Bns orderte die DSB auch eine entsprechende Ausführung von Bahnpostwagen. Als Grundmuster diente der UIC-Typ Y in geschweißter Ganzstahlausführung, der auf Drehgestellen der Bauart Minden-Deutz lief und an den Wagenenden mit durch Gummiwulstdichtungen geschützten Übergängen sowie festinstallierten Rückleuchten ausgestattet war. Die Waggons mit einer Gesamtlänge von 24,5 m wurden 1968 von Scandia in 15 Exemplare als P 50 86 90-84 800 - 814 geliefert. Der Nutzraum war für die Behandlung von Brief- und Paketsendungen eingerichtet und erstreckte sich über die gesamte Fahrzeuglänge, da es keine Einstiegräume gab. Die Aufteilung ergab an einem Wagenende einen kleinen Packraum, der von beiden Seiten jeweils über eine einflügelige Schiebetür beladen werden konnte. Hier schloß sich ein großer Raum für die Briefsortierung sowie ein weiterer großer Packraum für Paketpost an. Letzterer konnte von beiden Seiten jeweils über zwei doppelflügelige Schiebetüren beladen werden und bot Staumöglichkeiten für Postsäcke. An diesem Wagenende waren auch das WC sowie eine Garderobe abgeteilt. Zur Beheizung der Wagen waren ein Ölbrenner sowie eine durchgehende Dampfleitung installiert, die 1980 gegen eine elektrische Zugheizung getauscht wurde (ab 1980: P 50 86 90-83 800 - 814). Das Dach war mit Längssicken sowie mit eingelassenen Oberlichtfenstern versehen, die das Arbeiten bei Tageslicht ermöglichten.

Die P wurden landesweit eingesetzt und konnten auf Grund der installierten ITC-Kabel auch im Wendezugbetrieb mit anderen UIC-Wagen verwendet werden. Bei Lieferung erhielten die Wagen das weinrote Farbschema, ab 1986 erschienen sie im roten DSB-Design mit einem gelben Logo der "Post og Telegrafvæsenet" (P&T). Die Ausmusterung der P erfolgte 1989-91, wobei einige als Bahndienstfahrzeuge weiter verwendet wurden. P 802 blieb bei "Contec" als Bahndienstwagen, P 813 blieb bei "Expotrain" als Ausstellungswagen erhalten.

1981-82 erhielt die DSB eine zweite P-Lieferserie als P 50 86 90-83 815 - 819, die sich in einigen Details von ihren Vorgängern unterschieden. So fehlten hier die im Dach eingelassenen Oberlichtfenster sowie die seitlichen Fenster des Briefsortierraums. Die Wagen erhielten bereits bei Lieferung eine elektrische Zugheizung und das rote Farbschema mit dem gelben Logo der "Post og Telegrafvæsenet" (P&T). Bei ihrer Ausmusterung gingen die Fahrzeuge 1992 in den Bestand der P&T über, drei Wagen wurden erhalten. Eine weitere Beschaffung unterblieb in Hinblick auf den Ankauf gebrauchter Wagen aus dem Bestand der "Deutschen Bundespost", die als Gattung Pb/Pbm eingereiht wurden.


Technische Daten:
P (I) P (II)
Anzahl 15 5
Hersteller Scandia Scandia
Baujahre 1968 1981-82 Umbau
Länge über Puffer 24.500 mm 24.500 mm
Drehzapfenabstand 5.900 mm 5.900 mm
Achsstand im Drehgestell 2.500 mm 2.500 mm
zul. Höchstgeschw. 160 km/h 160 km/h
Dienstgewicht 46,0 t 46,0 t
Zuladung 11,5 + 3,5 t 11,5 + 3,5 t
Ladefläche 21,8 m² - m²
Einrichtung 1 Sortierraum, 2 Packräume 1 WC 1 Sortierraum, 2 Packräume 1 WC


Abbildungen:

P (Serie I):

DK6178 DK6176


P (Serie II):

DK6177 DK7382


ex P:

DK6621 DK6484 DK6488 DK6486 DK6628


Das "Ungdomshuset" (Jugendzentrum) in Nakskov veranstatltete 1992 eine mobile Ausstellung, um junge Künstler und ihre Werke im Verwaltungsbereich "Storstrøms Amt" bekannt zu machen. Hierzu wurden die ehemaligen DSB-Bahnpostwagen P 803 und P 810 entsprechend umgestaltet und als Privatwagen bei der "Lollandsbanen" (LB) eingestellt.Die Wagen waren als "Toggalleriet" (Bahngallerie) und besuchten im Sommer 1992 zahlreichen Orte. Anschließend wurden die Fahrzeuge in Nakskov als Aufenthaltsräume für Trainingsmaßnahmen des Arbeitsamtes genutzt und 2012 letztendlich verschrottet.

DK7571 DK7572 DK7573


Quellen:
DSB Maskintjenesten (1985): Vognlære.
Munch, Niels: Beitrag unter Jernbanehistorisk forum, www.jernbanen.dk
N.N. (1986): DSB litra P. Lokomotivet 12: 26-36.
Bruun-Petersen, Jens (1986): Personvognsmateriellets historie. Roskilde: bane bøger.


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