Steckbrief DSB Hjælpevogn 1-12

1954-55 baute die DSB ihre Drehgestell-Gepäckwagen der Gattungen ED (2 Stk.) und EE (10 Stk.) als "Hjælpevogne" um, d.h. als Gerätewagen für Bergungsaufgaben nach Zugunglücken. Tatsächlich bedeutete der Begriff "Umbau" lediglich das Wiederverwenden der Drehgestelle, wobei 10 Wagen eiserne "Berliner"-Drehgestelle erhielten und zwei mit "Commonwealth"-Drehgestellen ausgestattet wurden. Bei letzteren handelte es sich um eine britische Bauart, die den hölzernen 2,5 m DSB-Drehgestellen ähnelte und von zwei ausgemusterten CIWL-Schlafwagen stammten. Die Rahmen und die Wagenkästen der neuen Hjælpevogne wurden in den Zentralwerkstätten Kopenhagen und Århus gefertigt. Sie entsprachen in ihrer Bauart zeitgenössichen Güterwagen mit einem außenliegenden Rahmengerüst aus Eisenprofilen, Wänden aus waagerechten Brettern und einer großen Schiebetür je Wagenseite. Das Dach war mit Teerpappe gedeckt und erhielt eingelassene Oberlichtfenster, wie sie bei den Bahnpostwagen üblich waren. Rund ein Viertel der Nutzfläche der Wagen wurde für einen Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten, Dienstabteil, Schränken und Ofen genutzt. Der übrige Raum diente als Werkstatt sowie als Magazin für vielfältige Geräte und Werkzeuge. Hierzu zählten ein Generator mit Stativmaterial, Kabeln und Scheinwerfern, Schweißgeräte und Schneidbrenner, Hebezeuge sowie ein umfangreiches Werkzeugsortiment und eine Werkbank. An beiden Schiebetüren ließen sich Kranarme mit einer Tragfähigkeit von 0,5 t ausschweken, um den Generator oder andere schwere Ausrüstungsteile abzusetzen. Seitlich am Wagenkasten wurden einige Schienenstücke mitgeführt, unter dem Wagenboden waren Kraftstofftanks angeordnet.

Die Wagen wurden als "Hjælpevogne 1-12" eingereiht und landesweit auf die größeren DSB-Standorte verteilt. In den ersten Dienstjahren wurden sie meist mit Dampfloks der Reihe C bespannt, ab den 1960er Jahren wurden sie hauptsächlich mit der Reihe MX bewegt. Anfänglich waren die Wagen in dem für Güterwagen üblichen braun gehalten, ab 1974 erschienen einige im gelben Farbschema der Dienstfahrzeuge. Die Hjælpevogne wurden in den 1980er Jahren ausgemustert, einzelne Fahrzeuge blieben museal erhalten. Hierzu zählten Hjælpevogn 12, der bei der Museumsbahn "Nordsjællands Veterantog" (NSVJ) als Versammlungsraum und Unterkunft für bis zu sechs Vereinsmitglieder hergerichtet wurde sowie Hjælpevogn 6, der am Djursland Jernbanemuseum in Ryomgård bewahrt wurde.


Technische Daten "Hjælpevogn" 1-12:
Anzahl 12
Hersteller Cvk Kbh, Ar
Baujahr 1954-55
Länge über Puffer 17.170 mm
Drehzapfenabstand 11.000 mm
Achsstand im Drehgestell 2.500 mm
zul. Höchstgeschw. 100 km/h
Eigengewicht 43,0 t
Einrichtung 1 Aufenthaltsbereich, 1 Werkstatt mit Magazin, 1 WC


Abbildungen:

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Quellen:
Møller Nielsen, Ole (1995): Store hjælpevogne. Lokomotivet 39: 18-20.
Nordsjællands Veterantog: www.veterantoget.dk
Perdersen, Erik V.: www.evp.dk


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