Steckbrief DSB Gs

Gattungen G/Gs/Gms-t/Gkks/Gs-u/Gkks-u/Hs-v


Als Nachfolger der seinerzeit allgegenwärtigen, geschlossenen Güterwagen der Gattung Q, beschaffte die DSB ab 1954 bei Scandia ein neues Muster entsprechend den UIC-Standards. Diese Wagen erhielten zunächst die Gattungsbezeichnung G und wurden ab 1961 als Gs geführt. Der Wagenkasten dieser zweiachsigen Waggons wurde von einem außenliegenden Rahmengerüst aus Eisenprofilen gebildet, die Wände waren aus waagerechten Brettern und das Dach aus Stahlblech gefertigt. Im Laderaum waren Ringe angebracht, an denen Vieh angebunden oder Ladegut verzurrt werden konnte. Jede Wagenseite verfügte über eine mittig angeordnete Schiebetür sowie unter der Dachkante über vier vergitterte Lüftungsöffnungen, die mit Schiebeluken verschließbar waren. An einer Stirnseite ermöglichte eine erhöhte Bremserbühne den Zugang zur Rangierhandbremse.

Die Lieferung der Gs erfolgte in drei Serien: Serie I (1954-58) umfaßte 875 Waggons zzgl. zwei weiterer Wagen, die aus umgebauten Privatwagen zum Fischtransport entstanden. Serie II (1959-64) bestand aus 2000 Wagen, deren Ladetüren auf Grund geänderter UIC-Vorschriften von 1.800 auf 2.000 mm verbreitert waren. Serie III (1965-66) erweiterte den Bestand um weitere 300 Wagen mit gesteigerter Nutzlast, bei denen auf die erhöhte Bremserbühne verzichtet wurde und nur eine einfache Handbremse eingerichtet war.

Die Gs wurden landesweit für den Stückgutverkehr und intensiv im Postdienst eingesetzt, einige wurden langfristig an Unternehmen wie die "Kommunekemi a/s" verliehen. Die Fahrzeuge wurden zunehmend durch die Einführung von Schiebewandwagen verdrängt, die schneller per Gabelstapler beladen werden konnten. Ab 1978 wurden die Gs ausgemustert, wobei zahlreiche Wagen eine weitere Verwendung bei Privatbahnen und Industrie fanden. 100 Gs wurden gegen Frost geschützt und dienten als Gattung Iblps zum Transport von Kartoffeln. Von anderen Gs wurden der Rahmen und das Laufwerk als Basis für neue Wagentypen verwendet (Hios-v Schiebewandwagen, Gs-uv Flachwagen u.a.). Während der gesamten Betriebszeit waren die Gs inkl. Dach braun lackiert. Drei Wagen wurden 1983 künstlerisch gestaltet, darunter der rot/blaue "Geometrivogn" mit einem Design von Albert Mertz.

Im Zuge von Umbauten oder für besonderer Verwendungszwecke erhielten zahlreiche Gs andere Gattungen:
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1982 wurden zahlreiche Gs mit verstärkten Federn ausgestattet. Bei den verbliebenen Waggons mit alten Federn wurde die Lastgrenze herabgesetzt und die Gattung Gkks vergeben.
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1985 wurden 20 Gs mit einer Transportschutzeinrichtung "System Daberkow" versehen und erhielten die Gattungsbezeichnung Gms-t. Diese Wagen verfügten über einen Luftsack, der die Ladung fixierte indem er den verbleibenden Leerraum füllte.
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1989 wurde bei 25 Gs/Gkks der Wagenkasten mit Styropor isoliert für den Transport von frostempfindlichem Stückgut. Die Waggons erhielten die Gattungsbezeichnung Hs-v und wurden 1993 ausgemustert.
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Einige abgestellte Gs wurden als Bahndienstfahrzeuge weiter genutzt, wobei unterschiedliche Farbgebungen angewandt wurden. Auffällig waren die acht Gs im Besitz des MR-Wartungszentrums in Aarhus, das die Wagen entsprechend dem Farbschema der Triebwagen weiß mit roten Türen gestaltete.


Technische Daten:
Gs Serie I und II Gs Serie III
Anzahl 2.877 300
Hersteller Scandia Scandia
Baujahre 1954-58, 1959-64 1965-66
Länge über Puffer 10.580 mm 10.580 mm
Achsstand 5.700 mm 5.700 mm
zul. Höchstgeschw. 100 km/h 100 km/h
Eigengewicht 12,2 t 11,8 t
Zuladung 21,0 t 28,0 t
Ladefläche 25,2 m² 25,0 m²
Laderaum - m³ - m³



Abbildungen:


Gs:

DK5512 DK3771 DK5530 DK2604


ex Gs als Bahndienstfahrzeug:

DK5513 DK5574 DK5729


Gs nach Abstellung:

DK7889 DK7890


Quellen:
Andersen, Torben (1994): Moderne lukkede DSB godsvogne, 1. del. Lokomotivet 4(36): 4-13.
Bruun-Petersen, Jens (1993): Godsvognsmateriellets historie. Roskilde: bane bøger.
N.N. (1999): Hvad er en litra Gs?. Lokomotivet 56: 18-19.


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