Steckbrief OHJ Bne 281


Die 1950 neugegründete "Deutsche Schlafwagen- und Speisewagen-Gesellschaft" (DSG) bestellte im selben Jahr eine Serie neuer Schlafwagen, die als Gattung WLB 4ü (später WLAs 4ügk bzw. WLAsüge 20) geführt wurde. Die Entwicklung erfolgte unter Führung der "Wegmann & Co.", die sich die Fertigung mit der "H. Fuchs Waggonfabrik AG", der "Waggonfabrik Uerdingen AG", der "Gebr. Credé & Co. GmbH" sowie der "Vereinigte Westdeutsche Waggonfabrik" teilte. Der Wagenkasten der Waggons war geschweißt und ähnelte konstruktiv den legendären DRG-Schürzenwagen. Die zunächst verwendeten Drehgestelle der Bauart "Görlitz III leicht" wurden später gegen die Typen "München-Kassel" und "Minden-Deutz" getauscht. Der Fahrgastbereich war mit einem Mittelgang und beidseitig mit je 10 Einbettabteilen eingerichtet, die sich über gemeinsame Schiebetüren zu Doppelabteilen kombinieren ließen. Die Abteile waren in Höhe und Breite verschachtelt, so daß sich 8 hoch- und 12 tiefliegende Einheiten ergaben. Diese Anordnung führte zu unterschiedlich hohen Fensteröffnungen und zu einem gestreckten Zickzack-Grundriß des Mittelganges, woraus sich die umgangssprachliche Bezeichnung "Zickzack-Wagen" herleitete. An beiden Wagenenden befanden sich je ein WC und ein Dienstabteil sowie ein Einstiegraum mit einem durch Faltenbalg geschützten Übergang. Die Warmwasserheizung wurde mittels eines Koksofens betrieben.

Je 20 der "Zickzack-Wagen" gingen an die DSG (Nr. 20301-20320) sowie an das "United States Army Transportation Corps" (USTC). Ab Mitte der 1960er Jahre wurden die Waggons abgelöst und zum großen Teil an andere Betreiber abgegeben. Zwei der Wagen wurden von dem Reiseveranstalter "Internationale Apfelfahrten Organisation" (IAO) für dessen "Apfelpfeil"-Charterzüge erworben. Museal wurde lediglich ein Waggon bei dem Verein der Passauer Eisenbahnfreunde erhalten.

Nach dem "Apfelpfeil"-Konkurs wurde einer der beiden "Zickzack-Wagen" (vormals DSG Nr. 20310 bzw. DB 51 80 06-56 310-1) des Unternehmens 1981 von der dänischen Privatbahn "Odsherreds Jernbane" (OHJ) erworben, wo er die Bezeichnung OHJ Bne 281 erhielt. Das Fahrzeug wurde einer umfangreichen Instandsetzung unterzogen, wobei der Fahrgastbereich mit zwei Großräumen in 2+2 Sitzteilung und Mittelgang eingerichtet wurde. An einem Wagenende wurde ein Traglastenraum mit sieben Klappsitzen und einem Dienstabteil eingerichtet, am gegenüberliegenden Wagenende wurde ein WC installiert. Die Sitze wurden aus dem verunfallten OHJ B 236 wiederverwendet. Weiterhin wurden neue Übersetzfenster mit Leichtmetallrahmen eingebaut und die Übergänge mit Gummiwulstdichtungen nachgerüstet. Der Wagen erhielt das rote OHJ-Farbschema und war bis 1994 im Einsatz.

Neben OHJ Bne 281 übernahm die OHJ/HTJ auch andere Wagen aus den Apfelpfeil-Beständen. Diese Fahrzeuge waren auch als "Apfelpfeilvogne" bekannt, ihre Konstruktion beruhte auf dem UIC-Typ X.


Technische Daten OHJ Bne 281:
Anzahl 1
Hersteller Fuchs
Baujahr 1950
Länge über Puffer 22.320 mm
zul. Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
Dienstgewicht 44,4 t*
Sitzplätze 2. Kl. 64 + 7 Klappsitze
Einrichtung 2 Abt., 1 Traglastenraum, 1 Dienstabt., 1 WC
Zuladung im Traglastenraum - t

* = Angaben bei Lieferzustand


Abbildungen:

DK3932 DK3933 DK3934 DK3935


Quellen:
Berghoff, Hans-Wilhelm: Rail-Forum, www.railforum.de
Munch, Niels: Persönliche Mitteilung
Passauer Eisenbahnfreunde e.V.: www.passauer-eisenbahn.de
Theurich, Wolfgang & Deppmeyer, Joachim (1985): Reisezugwagen deutscher Eisenbahnen. Speisewagen, Schlafwagen und Salonwagen. Düsseldorf: alba Publikation.


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