Steckbrief Jung RK 11 B, RK 15 B, RC 24 B


Das Unternehmen "Arnold Jung Lokomotivfabrik GmbH, Jungenthal" begann in den 1920er Jahren mit dem Bau von Motorlokomotiven, wobei vorwiegend Kleinloks für Werk- und Grubenbahnen entstanden. Nach 1945 beteiligte sich das Unternehmen am Bau verschiedener Diesellokreihen der DB und lieferte an internationale Kunden. Für den Markt mit Industrieloks entwickelte Jung im Zuge mehrerer Typenprogramme eine Reihe von 2-, 3- und 4-achsigen Maschinen. Anfang der 1950er Jahre stellte Jung sein drittes Typenprogramm mit dieselhydraulischen Lokomotiven vor. Bei Leistungen bis 200 PS erfolgte die Kraftübertragung durch Ketten, bei stärkeren Maschinen mittels Blindwelle und Kuppelstangen. Ab Ende der 1960er Jahre wurden im vierten Typenprogramm diese Antriebsformen durch Gelenkwellen abgelöst. Die Typbezeichnung der Loks im dritten Jung-Typenprogramm war blockweise aus Lettern und Ziffern aufgebaut:
1. Block: Spurweite (R = Regelspur)
2. Block: Antriebsart (K = Kettentrieb, C = Gelenkwellen, ohne Angabe = Stangenantrieb)
3. Block: Motorleistung (1/10 der Leistung in PS)
4. Block: Anzahl der Achsen in Buchstabencodierung

Als Folge abnehmender Nachfrage beendete Jung 1976 sein Engagement mit regelspurigen Schienenfahrzeugen.

In den Nachkriegsprogrammen bot Jung ein zweiachsiges Muster für Industriebahnen mit unterschiedlichen Motorleistungen an. Die Fahrzeuge wiesen ein endständiges Führerhaus und einen halbhohen, schmalen Motorvorbau auf. Die aüßere Erscheinung des Musters blieb auch bei Umstellung von Ketten- auf Gelenkwellenantrieb weitgehend unverändert. Die größten Stückzahlen erreichten die Typen RK 15 B und RK 20 B (je 20 Stück) sowie RC 24 B (26 Stück). Die Loks wurden vorwiegend an deutsche Betreiber geliefert, fünf Exemplare gelangten nach Dänemark.

Das dänische Stahlwerk "Det Danske Stålvalseværk A/S (DDS)" beschaffte in den 1960er Jahren insgesamt vier Jung Zweiachser mit unterschiedlicher Motorisierung (zwei RK 11 B sowie je ein RK 15 B und RC 24 B). Bei Lieferung waren die Fahrzeuge grün lackiert, sie erhielten um 1982 eine orange Farbgebung. Auf Grund des eingeschränkten Lichtraumprofils auf dem Werkgelände wurde bei drei der Loks das Führerhaus auf der rechten Fahrzeugseite auf die Breite des Motorvorbaus asymmetrisch verkleinert. Die DDS Loks wurden ausschließlich für Transporte im werkseigenen Gleisnetz verwendet. Eine Maschine gelangte 2002 in den Bestand des 2002 gegründeten DDS-Nachfolgers "DanSteel A/S".

Die "Hillerød-Frederiksværk-Hundested Banen" (HFHJ) erwarb 1972 für den Rangierbetrieb eine Jung RC 24 B, die als Traktor "T 1" geführt wurde. Das Fahrzeug war ursprünglich orange lackiert und erhielt 1996 ein neues Farbschema in Bordeauxrot mit silbernem Streifen. Seit 2003 ist die HFHJ mit ihrem Fahrzeugbestand in die neugegründete Lokalbanen (LB) aufgegangen.


Technische Daten Jung RK 11 B, RK 15 B, RC 24 B:
Typ RK 11 B RK 15 B RC 24 B
Anzahl 2 1 2
Hersteller Jung Jung Jung
Baujahr 1960, 1962 1966 1964, 1972
Achsfolge B B B
Länge über Puffer 6.840 mm 6.840 mm 6.840 mm
Motor Daimler-Benz, -- Daimler-Benz, -- Daimler-Benz MB 846A, 6 Zyl.
Leistung 81 kW (110 PS) bei - U/min 121 kW (165 PS) bei - U/min 184 kW (250 PS) bei 1500 U/min
Kraftübertragung dieselhydraulisch dieselhydraulisch dieselhydraulisch
Höchstgeschwindigkeit 20 km/h 20 km/h 20 km/h
Dienstgewicht 30,0 t 30,0 t 30,0 t




Abbildungen:



HFHJ:

DK5700 DK3464 DK3507

DK5285 DK2874 DK2873

DK7003


Det Danske Stålvalseværk / DanSteel A/S:

DK3648 DK3545 DK3546 DK6624


Jung RK 11 B, RK 15 B, RC 24 B anderer Betreiber:

DK3159 DK3160 DK3161


Zum Verbleib der Fahrzeuge s. Fahrzeugliste.


Quellen:
Andersen, Torben (1999): Motormateriel hos Hillerød-Frederiksværk-Hundested Banen (HFHJ). Lokomotivet 57: 33-40.
Olesen, Morten N. (1999): Stålvalseværkets dieselslidere. Jernbanen 1/99: 28-31.
Paulsen, Patrick & Böttger, Patrick: Rangierdiesel.de. www.rangierdiesel.de


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