Steckbrief DSB CR, CRS

Gattungen FF/CR, FFM/CRM, CRL, CRML, CRS


Zur Verbesserung des Komforts im Nahverkehr entschloß sich die DSB zur Beschaffung von Drehgestellwagen als Ersatz für die unbeliebten, zweiachsigen "Rystevogne". Scandia lieferte 1928 den ersten Wagen eines entsprechenden Musters, das als Gattung FF eingereiht wurde. Dabei handelte es sich um einen Mittelgangwagen mit teakholzverkleidetem Wagenkasten. Das Fahrzeug konnte sowohl über die Endbühnen als auch über einen mittigen Einstiegraum betreten werden. Die Endbühnen waren offen und mit Gittertüren gesichert, der mittlere Einstieg war mit nach innen versetzten Schiebetüren versehen, so dass auch hier Platz für Trittstufen innerhalb des Lichtraumprofiles blieb. Beiderseits des Einstiegraumes befand sich je ein Fahrgastraum, von denen einer als "Rygere" (Raucher) und einer als "Ikke Rygere" (Nichtraucher) ausgewiesen war. Die Einrichtung entsprach der dritten Klasse, d.h. die Bänke waren mit Federkern gepolstert und mit Leder bezogen. Insgesamt bot ein Wagen 78 Sitzplätze und 30 Stehplätze, die drei Einstiegsmöglichkeiten erlaubten einen schnellen Fahrgastwechsel. Für angenehme Laufeigenschaften sorgten Drehgestelle aus Holz mit Wälzlagern. Insgesamt beschaffte die DSB 79 Wagen als FF 12 201 - 12 279, von denen Scandia 61 und Triangel 18 Fahrzeuge lieferte.

Der Einsatz der FF erfolgte zunächst in Zügen des kopenhagener Nahverkehrs, die meist mit Loks der Baureihen S und O bespannt waren. Ab Mitte der 1930er Jahre kamen hier auch die neuen Triebwagen der Reihe MO zum Einsatz, die FF als Beiwagen mitführten. Erst ab 1943 waren die Wagen in Jütland vertreten. Im Laufe der Betriebsjahre erfuhren die Fahrzeuge verschiedene Umbauten, von denen einige zu neuen Bezeichnungen führten: Insgesamt 40 FF wurden nachträglich mit einer koksgefeuerten Eigenheizung versehen und als FFM umgezeichnet. Einige Wagen erhielten ein Zugführerabteil, wobei ein Sitzplatz aufgegeben wurde. Bei der allgemeinen Umzeichnung 1941 erhielten die Wagen die neuen Gattungen CR bzw. CRM. Ab 1945 wurden bei den meisten Wagen die offenen Endbühnen durch geschlossene Einstiegräume ersetzt, das Zugpersonal konnte aber weiterhin durch Türen in den Stirnwänden den Zug durchgehend erreichen.

Ab 1950 erforderte die Einführung von Steuerwagen für die MO-Triebwagen weitere Modifikationen der CR/CRM. Insgesamt wurden 21 Fahrzeuge als Steuerwagen umgerüstet, wobei ein endständiger Einstiegraum geschlossen und als Führerstand eingerichtet wurde. Die Steuerwagen wurden mit den Signaleitungen A+B+C System ASEA-Åkerman versehen und erhielten die Bezeichnung CRS. Zusätzlich wurden 12 CR und 14 CRM mit durchgehenden Steuerleitungen ausgerüstet, um als Mittelwagen CRL bzw. CRML zwischen Trieb- und Steuerwagen einsetzbar zu sein. In den 1960er Jahren wurden die Wagen schrittweise durch moderneres Material vom Typ CL abgelöst, ihr Einsatz endete 1970. Lediglich CRS 3602 diente noch 1970-73 als Versuchswagen für das Internal Train Control System (ITC).

Ursprünglich war das Teakholz der Wagenkästen der Gattung FF/CR klar lackiert, ab 1951 erhielten die Wagen das DSB-Weinrot. Drei Exemplare wurden museal erhalten, wobei der FF 12 250 von Danmarks Jernbanemuseum wieder in den Lieferzustand versetzt wurde.


Technische Daten FF/CR, FFM/CRM, CRL, CRML, CRS:
Anzahl 79
Hersteller Scandia, Triangel
Baujahre 1928-34
Länge über Puffer 19.420 mm
zul. Höchstgeschw. 80 km/h
Dienstgewicht 33,5 t
Sitzplätze 3. Kl. 78
Einrichtung 2 Abt., 1 WC


Abbildungen:

FF/CR:

DK8222 DK8223 DK2557 DK3366


CRS:

DK8477 DK8478 DK8543 DK8544 DK1649 DK3367



Quellen:
Andersen, Torben (1993): DSB nærtrafikvogne litra CR. Lokomotivet 1(33): 16-23.
Poulsen, John (1995): Styrevognstog. Smørum: bane bøger.

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