Steckbrief DSB MQ 207-210


Die DSB bestellte 1931 bei Frichs vier Triebwagen als Reihe MQ, bei denen es sich um eine Weiterentwicklung der "Ladeportvogne" (Ladetorwagen) mit erhöhter Leistung handelte. Frichs trat nun als Hauptauftragnehmer auf und übernahm auch die Fertigung des Wagenkastens, der nun erstmals vollständig aus Stahl aufgebaut war. Eine weitere Neuerung betraf das Maschinendrehgestell, das die Motor-Generatoreinheit aufnahm, deren Größe aber eine Führung des Drehgestells durch einen Drehzapfen nicht mehr zuließ. Das Maschinendrehgestell wurde stattdessen mit seitlichen Führungen versehen und der Wagenkasten auf seitlichen Aufnahmepunkten an den Drehgestellwangen abgestützt. Der Antrieb der Fahrzeuge erfolgte über zwei Fahrmotoren im gegenüberliegenden, Antriebsdrehgestell, das dreiachsig ausgeführt war um die Achslast niedrig zu halten. Die Kühleranlage auf dem Dach bestand erstmals aus den röhrenförmigen Kühlelementen, die bei späteren Frichs-Konstruktionen ein so typisches Stilelement bildeten. Für einen leichten Zugang zur Antriebsanlage konnte das gesamte Maschinendrehgestell aus dem Fahrzeug herausgezogen werden. Hierzu war der Wagenkasten an der vorderen Stirnseite mit einer großen Doppeltür versehen und das Mittelstück der vorderen Pufferbohle ließ sich abnehmen.

Der Wagenkasten war an beiden Fahrzeugenden mit Führerständen eingerichtet, die an der Stirnseite mit Übergängen ausgestattet waren. Am Motorende war der Wagenkasten leicht verjüngt und der Führerstand hatte vier Fenster, am hinteren Ende war der Wagenkasten deutlicher verjüngt und der Führerstand hier mit nur drei Fenstern versehen. Hinter dem vorderen Führerstand lag der Maschinenraum, in den der Motor-Generatorsatz aus dem Maschinendrehgestell ragte. Hieran schlossen sich ein Einstiegsraum und ein Fahrgastabteil (Raucher), ein weiterer Einstiegsraum und ein Fahrgastabteil (Nichtraucher) sowie ein Führerstand mit Platz für Traglasten an. Die Abteile waren in 2+3 Sitzteilung und Mittelgang eingerichtet, die Heizung erfolgte über einen Koksofen. Die Einstiegsräume hatten eingerückte Türen, um Platz für die außenliegenden Trittstufen zu schaffen. Das WC war vom Maschinenraum abgeteilt und konnte über den anschließenden Einstiegsraum erreicht werden.

Die Triebwagen der Reihe MQ wurden 1932 zunächst mit den Betriebsnummern 207-210 in Dienst gestellt und 1941 als MQ 521-524 umgezeichnet. Die Fahrzeuge wurden im weinroten Farbschema mit gelben Kassettenlinien ausgeliefert, die Betriebsnummern und der DSB-Schriftzug wurden erstmals mit Schiebebildern anstatt mit Lettern aus Messingguß angebracht. Der Einsatz der MQ erfolgte ausschließlich in Jütland auf Haupt- und Nebenstrecken, während der deutschen Besatzung Dänemarks 1940-45 waren die Fahrzeuge wegen der Treibstoffrationierung stillgelegt. Die MQ erwiesen sich als zuverlässig, ihre begrenzte Leistung und ihre relativ hohe Achslast schränkten den Einsatzbereich aber ein. 1958 wurde die Reihe MQ ausgemustert, keines der Fahrzeuge blieb erhalten.


Technische Daten DSB MQ 207-210:
Anzahl 4
Hersteller Frichs
Baujahr 1932
Achsfolge 3' (Ao 1 Ao)'
Länge über Puffer 20.930 mm
Motor Frichs 621C, 6 Zylinder
Leistung 184 kW (250 PS) bei 700 U/min
Kraftübertragung dieselelektrisch
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Dienstgewicht 56,0 t
Sitzplätze 70
Zuladung im Traglastenraum 1,6 t
Einrichtung 2 Abt., 1 WC, Koksofen


Abbildungen:

DK4150 DK3701 DK3702


Zum Verbleib der einzelnen Fahrzeuge s. Fahrzeugliste.


Quellen:
Andersen, Torben (2008): Dansk Jernbanehistorie 4. Næstved: Lokomotivet´s forlag.
Christensen, Peter & Poulsen, John (2005): Motor Materiel 6: Motormateriellet fra danske fabrikker før 1932. Smørum: bane bøger.
Dresler, Steffen (1992): DSB litra MQ. Lokomotivet 30: 87-92.


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