Petersen & Albeck / Uniscrap A/S


Das Unternehmen "Petersen & Albeck" entstand 1870 durch die Fusion der Firmen "F. W. Petersen & Co." sowie "Carl Albeck & Co.". Das Geschäftsfeld umfaßte die Wiederverwertung von Metallschrott und anderen Reststoffen. Anfang des 20. Jhdts. wurde der Südhafen in Kopenhagen als Standort gewählt, wo auch ein Becken zum Abwracken ausgedienter Schiffe angelegt wurde. Ein wichtiger Großkunde war die DSB, die bei "Petersen & Albeck" ausgemusterte Fahrzeuge in großer Zahl zerlegen ließ. Mit dem Aufbau eines weit gestreuten Filialnetzes wurde das Einzugsgebiet landesweit ausgedehnt. 19xx wurde das Unternehmen von der "Uniscrap A/S" übernommen, die ihrerseits eine Tochter der deutschen "Scholz AG" ist.

Ein bemerkenswertes Baudenkmal ist das 1918-20 errichtete "Petersen & Albeck"-Hauptgebäude im kopenhagener Südhafen, Fiskerihavnsgade 6. Das kombinierte Büro- und Lagergebäude wurde von dem Architekten G. B. Hagen im Stil der "Nationalromantik" entworfen. Das Mauerwerk der beiden unteren Geschosse ist mit Naturstein verkleidet, die darüberliegenden Etagen sind in Ziegel und Fachwerk ausgeführt. An einer Ecke des Gebäudes befindet sich im ersten Geschoß ein Erker, der aus dem Chefzimmer einen freien Blick über das Gelände bietet. An den Giebelwänden finden sich kleinere Anbauten, die das monolithische Erscheinungsbild des freistehenden Hauses auflösen. Insgesamt gleicht das Gebäude eher einem bürgerlichen Haus inmitten von Schrottbergen als einem industriellen Zweckbau.

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Das "Petersen & Albeck"-Areal im kopenhagener Südhafen verfügte über einen Gleißanschluß und wurde durch ein eigenes Gleisnetz erschlossen. 1920 erwarb das Unternehmen eine Motorlokomotive für die Verschiebeaufgaben auf dem Gelände. Dabei handelte es sich um eine B-gekuppelte Lok von der "Gasmotorenfabrik Deutz" (Werknummer 3881/1920) vom Typ XIV R. Zu den technischen Daten und zum Verbleib der Lok ist mir nichts bekannt, sie war aber noch 1960 im Einsatz. Im Sommer 2010 waren noch einzelne Gleisstücke zu sehen, die offensichtlich nicht mehr genutzt wurden und vom DSB-Netz getrennt waren.

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Motorlok
Betriebsnummern Hersteller Baujahr / Werknr. frühere Nr. Einsatz
- Deutz 1920 / 3881 - 1920- -



Eine mit der "Petersen & Albeck"-Lok vergleichbare Maschine ist im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen erhalten: Diese wurde 1913 von der "Gasmotorenfabrik Deutz" an die "Dynamitfabrik Schlebusch" bei Köln geliefert und 1918 an die Firma "Möhl & Co." in Köln Delllbrück weiter veräußert. Der einzylindrige Petroleummotor leistete ca. 30-40 PS bei einem Hubraum von 18 l. Die Kraftübertragung erfolgte mechanisch und ermöglichte eine Geschwindigkeit von 5 bzw. 15 km/h je nach gewählter Übersetzung. An der rechten Fahrzeugseite war eine Spillanlage mit Umlenkrollen an den Pufferbohlen eingerichtet, mit der einzelne Waggons auch mittels Seilzug rangiert werden konnten. Die Fahrzeuglänge erreicht 6.000 mm, der Raddurchmesser beträgt 680 mm, das Dienstgewicht liegt bei 11,0 t.

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Quellen:
Andersen, Connie: www.coneliand.dk
Kraks: Danmarks ældste forretninger. (1910)
Kraks: Danmarks ældste forretninger. (1950)
Kulturstyrelsen: www.kulturstyrelsen.dk
Pedersen, Erik V.: www.evp.dk
Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum: www.eisenbahnmuseum-bochum.de


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