Sekura, Randers

Im Zuge der Motorisierung der dänischen Landwirtschaft nach 1945 wurden zahlreiche Ackerschlepper vorwiegend von US-amerikanischen und britischen Produzenten importiert. Die Fahrzeuge wurden ohne Fahrerkabine angeliefert und erhielten erst in Dänemark einen einfachen Wetterschutz von lokalen Herstellern. In zunehmender Zahl führten Unfälle mit Todesfolge durch umstürzende Fahrzeuge zu Forderungen nach geeigneten Schutzvorrichtungen. So konstruierte Frode Pedersen aus Randers eine Sicherheits-Fahrerkabine mit Überrollbügel aus gebogenen Stahlrohren, deren Tauglichkeit er persönlich mit einem geliehenen Traktor mehrfach vorführte. 1957 gründete er sein Werk "Sekura" und begann mit 8 Mitarbeitern die Produktion des Modells "Randers", das auf alle gängigen Traktortypen montiert werden konnte. Nachfolgende Entwicklungen führten zu größeren Kabinen, die aus verschweißten Vierkant-Profilrohren aufgebaut wurden mit besseren Platz- und Sichtverhältnissen. Ab 1967 mußten dann alle Kabinenmodelle ihre Sicherheit mit einemn amtlichen Crashtest beweisen. Sekura avancierte zum führenden Anbieter für Traktorkabinen in Skandinavien und erreichte europaweit nennenswerte Marktanteile.

Anfang der 1970er Jahre rückte die Qualität des Arbeitsplatzes in den Traktorkabinen in den Fokus zukünftiger Innovationen. Bei Sekura beschäftigte man sich nun mit Maßnahmen zum Schall- und Vibrationsschutz sowie ergonomischer Einrichtung und einer Klimatisierung. Für entscheidende Fortschritte war es dabei erforderlich, die Kabine bereits bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge als integralen Bestandteil mitzudenken. 1973 wurde eine erste Kooperation mit der britischen "John Deere" vereinbart, weitere Vereinbarungen folgten mit allen namhaften Herstellern in Westeuropa. Es folgte ein lebhafter Aufstieg des Unternehmens mit neuen Produktionsanlagen in Randers sowie Zweigwerken in Großbritannien und Deutschland. Ende der 1970er Jahre zählte Sekura rund 1.000 Mitarbeiter und fertigte jährlich fast 30.000 Fahrerkabinen. Dabei war man sich der direkten Branchenabhängigkeit bewußt und suchte nach Möglichkeiten, neue Produktionsfelder zu erschließen. Dabei ging man von den eigenen Fähigkeiten aus und entwarf Karossieprojekte mit Rahmen aus verschweißten Profilrohren und Glasfaserbeplankung. So entstand 1979 das Nutzfahrzeug Rowitrac auf Basis eines International-Harvester Ackerschleppers. Das Fahrzeug konnte mit einer Vielzahl von Wechselwerkzeugen ausgestattet werden und war auch als zweiwegefähige Ausführung mit absenkbaren Gleisführungsrollen erhältlich. Für den Frezeitbereich wurde 1983 der "Sekura Mini" auf Basis eines Austin Mini Cooper vorgestellt. Trotz (oder wegen?) seiner markanten Erscheinung, blieb das Fahrzeug allerdings ein Prototyp.

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Die Erfolgswelle der Sekura endete mit der Agrarkrise der 1980er Jahre und endete 1986 im Konkurs, wobei die Auslandswerke verloren gingen. 1987 wurde das Unternehmen durch die belgische "Bosal-Group" übernommen und als "Bosal-Sekura Industries" umfirmiert. Man zog sich aus dem Sektor der Ackerschlepper zurück und entwickelte stattdessen Fahrerkabinen für Spezialfahrzeuge, die für den Einsatz auf Baustellen, in der Agrar- und Forstwirtschaft, in Minen und Industrieanlagen bestimmt waren. Hier war ein sicheres Arbeiten auch unter extremen Bedingungen mit maßgeschneiderten Lösungen gefragt. 2017 übernahmen die niederländischen Investmentgesellschaften "Foreman Capital" und "Standard Investment" das Unternehmen, das seitdem als "Sekura Cabins A/S" auftrat. 2021 wurde ein neues Werk in Randers eröffnet, 2025 folgte ein Außenstandort in Rumänien.


Quellen:
Nørgaard, Per (2022): Sekura førerhuse gennem tiden. Pioneren 1/2022: 14-23.
Pedersen, Hans (2013): Den havde vi aldrig hørt om. BILmagasinet, https://bilmagasinet.dk
Sekura Cabins A/S: www.sekura.dk
Skovbo, Rasmus (2013): Den største af sin slags i Danmark. Randers Amtsavis, https://amtsavisen.dk


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