Steckbrief Triangel-Motorwagen


Um der Konkurrenz durch Busunternehmen zu begegnen, beschafften die dänischen Privatbahnen ab den 1920er Jahren Motortriebwagen. Nach einigen Experimenten setzte sich die Firma Triangel aus Odense mit ihren zweiachsigen Modellen durch, die 1926 ihre klassische Form erhielten: Der Wagenkasten aus Teakholz war unterteilt in einen Vorraum mit Führerstand, Motor und Platz für Traglasten, in einen Fahrgastraum mit Mittelgang und WC sowie in einen Einstiegsraum am hinteren Wagenende. Der Antrieb erfolgte auf die hintere Achse über handelsübliche Benzinmotoren und Lkw-Getriebe. Die Kühler waren an der vorderen Stirnseite oder auf dem Dach angeordnet. Die Verwendung von bewährten Lkw-Komponenten für den Antrieb schloß auch die mechanische Steuerung von Motor und Getriebe mit ein. Daraus ergab sich der für Triebwagen ungünstige Umstand, dass nur ein Führerstand eingerichtet werden konnte. Bei Privatbahnen stellte das aber kein Problem dar, da diese an den Endbahnhöfen ihrer Strecken meist über Drehscheiben zum Wenden der Fahrzeuge verfügten. Allgemein wurden die Wagen nach dem Hersteller als "Triangel-Motorwagen" bezeichnet, die Teakholz-verkleidete Wagenkästen waren fast immer klar lackiert.

Triangel-Motorwagen wurden bis in die 1930er Jahre landesweit von den meisten Privatbahnen beschafft und mit ein oder zwei Beiwagen eingesetzt. Viel größere Anhängelasten waren nicht möglich, da auf Grund der Motoranordnung keine durchgehende Zugstange vorhanden war. Die einzelnen Modellreihen wurden durch römische Ziffern gekennzeichnet, wobei die Modelle VIII, X und XI die größte Verbreitung fanden. Die Modelle XII, XIV und XVI waren nach dem selben Konzept gebaut, verfügten zur Verringerung der Achslast aber über zwei Laufachsen am Motorende. Wegen zahlreicher Umbauten und Sonderwünsche der Bahnverwaltungen gab es allerdings kaum zwei identische Wagen. Einige Privatbahnen beschafften auch gebrauchte DSB-Triangelwagen, die am hinteren Ende durch die offene Bühne an Stelle des geschlossenen Einstiegsraumes erkennbar waren. Zusätzlich baute Triangel 12 ältere Personenwagen zu Triebwagen um (ohne Modell-Bezeichnung, einige mit offenen Einstiegsbühnen), die somit ebenfalls Einzelstücke darstellten. Zahlreiche Triangel-Motorwagen erhielten nach 1945 Dieselmotoren und waren bis in die 1960er Jahre im Einsatz. Einige wurden zu Arbeitsfahrzeugen umgebaut, andere überlebten bei Museumsbahnen.

Museal erhaltene Fahrzeuge:
Die meisten Veteranbahnen und Danmarks Jernbanemuseum in Odense verfügen über Triangel Motorwagen.


Technische Daten Triangel-Motorwagen, Modell VIII, X, XI
Anzahl 54
Hersteller Triangel
Baujahre 1927-32
Achsfolge 1 A
Länge über Puffer 11.330-11.600 mm
Motor* Continental, 6 Zylinder
Leistung 74-92 kW (100-125 PS)
Kraftübertragung benzinmechanisch
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Dienstgewicht 16,0 t
Sitzplätze ca. 35
Ausstattung optional 1 WC, Heizung mit Koksofen

* = Motor nach 1945 bei vielen Fahrzeugen gegen Leyland Diesel getauscht.


Abbildungen:

Triangelwagen zweiachsig:
DK2035 DK0433 DK2318 DK2304 DK2321

DK1175 DK1929


Triangelwagen dreiachsig:
DK2303 DK1598 DK1605 DK3087


Triangelwagen, aufgebaut aus ehemaligen Personenwagen:
DK2319 DK2302 DK1606


Umgebaute Triangel-Motorwagen:
DK3048 DK7719 DK2082




Quellen:
Andersen, Torben (2000): Motorvogne fra Triangel. Lokomotivet 60: 33-40.
Andersen, Torben (2000): ...noget mere om Triangel motorvogne. Lokomotivet 61: 8-9.
Gram Alkjær, Hans et al. (1976): Motor Materiel 1: Jernbanemotor materiellet fra Triangel. Dansk Jernbane-Klub.


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