Steckbrief "Privatbane A"


In den 1890er Jahren entwickelten verschiedene dänische Privatbahnen gemeinsam eine neue Lok mit Schlepptender unter tatkräftiger Beteiligung von Otto F. A. Busse d. J., dem "Maskindirektør" der DSB. Als Vorlage diente die Reihe A der "Jysk-Fyenske Jernbaner" (JFJ) bzw. der DSB nach dem Vorbild der US-amerikanischen 2' B-Loks Typ "American", die in einer verkleinerten Version ausgeführt wurde. Die Loks waren auf einem Plattenrahmen aufgebaut mit zwei im Hauptrahmen gelagerten Treibachsen sowie einem zweiachsigen Drehgestell. Der Durchmesser der Treibräder war für eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ausgelegt, im Einsatz waren aber bis zu 60 km/h möglich. Das Triebwerk bildeten zwei Naßdampfzylinder mit einfacher Expansion und Allan-Steuerung. Das Führerhaus war ausschließlich an der Stirnwand mit Fenstern versehen, die zum Öffnen um die senkrechte Achse gedreht werden konnten. Die Betriebsstoffe wurden in einem zweiachsigen Schlepptender mitgeführt.

Die Loks wurden 1894-1900 in insgesamt 19 Exemplaren bei der "Arnold Jung Lokomotivfabrik GmbH" gebaut, zwei weitere folgten von der "A/S Vulcan". Sie waren damit der häufigste Dampfloktyp der dänischen Privatbahnen und vorwiegend bei den Privatbahnen um Aalborg in Einsatz. Zwei der Maschinen wurden 1914-15 als Tenderloks umgebaut, wobei hinter dem nun geschlossenen Führerhaus ein Kohlekasten und zwei Wasserbehälter vorne auf den Umlaufblechen montiert wurden. Die Loks wurden mehrheitlich 1935 ausgemustert, keine blieb erhalten.


Technische Daten "Privatbane A":
Anzahl 21
Hersteller Jung, Vulcan
Baujahre 1894-1900
Bauart, Steuerung 2' B n2, Allan
Länge über Puffer 11.600 mm
Rostfläche 0,9 m²
Verdampfungsheizfläche 41,0 m²
Kesselüberdruck 12 atm
Zylinder-Ø 305 mm
Kolbenhub 450 mm
Treib- und Kuppelrad-Ø 1.170 mm
Laufrad-Ø 700 mm
indizierte Leistung - PS
Zugkraft - kg*
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h
Dienst- / Reibungsgewicht der Lok 19,8 t / 12,8 t
Tender: Achsfolge / Dienstgewicht 2 / 13,5 t
Vorrat: Wasser / Kohle 3,3 m³ / 2,2 t




Abbildungen:

kein Bild

Zum Verbleib der einzelnen Loks s. Fahrzeugliste


Quellen:
Bay, William (1977): Danmarks damplokomotiver. Herluf Andersens Forlag.


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