Steckbrief DSB Ljlps

Mit der Einführung des Großbehälter-Systems "C-sam" 1977 benötigten die Schwedischen Staatsbahnen (SJ) entsprechende Tragwagen für den schienengebundenen Teil der Transportkette. Daher wandelte die SJ eine größere Anzahl zweiachsiger Flachwagen der Reihe Ofs und Gedeckter Güterwagen der Reihe Hfs entsprechend um: Die Aufbauten wurden entfernt und stattdessen ein Tragrahmen montiert, der Laufschienen und Verriegelungen für vier C-sam Einheiten bot. Zum Schutz der Ladung lag der Tragrahmen stoßgedämpft auf dem Wagenrahmen und auch die Pufferbohlen waren stoßgedämpft ausgeführt. Die Fahrzeuge erhielten die Gattungsbezeichnung Ljlps und wiesen kleinere bauliche Unterschiede auf. Das C-sam System war wirtschaftlich nur bedingt erfolgreich und wurde 1988 an die SJ-Tochter ASG übertragen, die das Projekt 1992 ganz einstellte.

Die DSB erprobte bereits 1981 leihweise das schwedische C-sam System mit positiven Ergebnissen. Auf diesen Erfahrungen fußte dann auch das 1988 gestartete DSB-Großbehältersystem "+box", für das 50 Tragwagen der Gattung Ljlps von der SJ angemietet wurden. Die Wagen wurden unter der selben Gattungsbezeichnung, aber mit neuen Betriebsnummern geführt und behielten das rotbraune Farbschema der SJ. Bei der Einstellung des schwedischen C-sam Systems erwarb die DSB die angemieteten Tragwagen und musterte diese 1997 mit der Abwicklung des +box Systems aus.

Technische Daten:
Ljlps 411 8 000-031 Ljlps 411 8 100-117
Basisbauart SJ Ofs SJ Hfs
Anzahl 32 18
Hersteller / Umbau Kalmar / SJ ASJ Parca / SJ
Baujahre / Umbau 1966 / 1982 1962 / 1982
Länge über Puffer 13.860 mm 14.020 mm
Achsstand 8.000 mm 8.000 mm
zul. Höchstgeschw. - km/h - km/h
Eigengewicht 12,3 t 11,5 t
Zuladung - t - t


Abbildungen:

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Mitte der 1989 stellte die DSB-Gütersparte "DSB gods" das Behältersystem "+box" (sprich "Plusbox") vor. Die Behälter hatten eine Grundfläche von 3.400 x 2.550 mm, eine Höhe von 2.535 mm und eine Zuladung von 6,7 t. Die +box ließ sich allseitig beladen: Die Schmalseiten waren als Rolltore ausgeführt, deren Lamellen weiß lackiert waren. Die Langseiten wurden durch zwei gelb lackierte Schiebetüren gebildet, die übereinander liefen und an der Innenseite mit Ankerschienen für Absperrstangen und Zurrgurte versehen waren. Eine Innovation stellte die rechnergestützte Überwachung der Sendungen dar: So wurden Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit oder heftige Erschütterungen aufgezeichnet und beim Überschreiten von Grenzwerten eine Meldung an das nächste DSB-Güterzentrum ausgelöst. Auch die Verriegelung der +box ließ sich nur nach Eingabe eines entsprechenden Codes öffnen. Die +box bot die Beförderung der Behälter auf der Schiene zwischen 11 landesweit verteilten DSB-Güterzentren an. Für die Zustellung zum Kunden wurden spezielle Lkw mit hydraulischen Ladevorrichtungen beschafft. Das +box-System wurde 1995 eingestellt.

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Quellen:
Andersen, Torben (1995): Moderne DSB-godsvogne, 2. del: De åbne vogne. Lokomotivet 40: 4-14.
Nielsen, Per Topp (2014): Driftsmateriellet, Bind 1A - DSB godsvogne. Sakskøbing: DANSK Jernbanearkiv's forlag. (online verfügbar: www.dansk-jernbanearkiv.dk).
Statens Järnvägers Handböcker SJH 636.1 (1971): SJ godsvagnar (SJ gv), (online verfügbar bei "Modellrallare i west").
Woxenius, Johan (1998): Intermodal transshipment technologies - an overview. Dissertation


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