Frachtgut Versandformen


Die DSB definierte folgende Kategorien für Frachtgut:

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"Stykgods" (Stückgut): Versandeinheiten bis 1.000 kg, Lieferung von Tür zu Tür von einen auf den nächsten Tag.

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"Partigods": Stykgods auf Paletten, aber günstiger.

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"Pakkegods" (Bahnpaket): Einheiten bis 50 kg und bis zu 500 dm³.

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"Vognladningsgods" (Wagenladung): Sendungen, die für Stückgutversand zu groß waren. Vognladningsgods wurden von einem Absender an einen Empfänger in einem Güterwagen (offener oder geschlossener Güterwagen, ggf. mit Kühlaggregat) zugestellt. Die Anlieferung erfolgte per Gleisanschluß oder auf einem Straßenroller, Be- und Entladen war Aufgabe der Kunden. Bei Bedarf konnte das Entladen auch am nächstgelegenen Bahnhof erfolgen. Vognladningsgods wurden in zwei Tarifklassen berechnet:
- Klasse A: Fleisch, Bier, Öl, Maschinen, Papier, Metalle etc.
- Klasse B (günstiger): Futtermittel, Zement, Kunstdünger, Kohle, Eisenschrott etc.

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"Ilgods" (Eilgut): Gegen einen Preisaufschlag von 25 % wurde Frachtgut beschleunigt befördert. Leichtverderbliche Güter wie bestimmte Lebensmittel wurden grundsätzlich als Eilgut ohne Aufpreis angenommen.



Zur Erleichterung des Stückgutverkehrs bot die DSB verschiedene Versandeinheiten an:

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Ab 1943 bot die DSB "Transportbeholder" (Transportbehälter) für Stückgutsendungen gewerblicher und privater Kunden an. Die kistenartigen Behälter waren aus Eisenprofilen mit Bretterwänden aufgebaut und ließen sich durch eine in Teilen herausnehmbare Seitenwand sowie über eine Dachluke beladen. Die Behälter ruhten auf vier Rollen aus Eisen. Sie konnten von Hand verschoben werden und aber auch einzeln oder als Zug von einem Gepäckschlepper gezogen werden. Zur Auswahl standen drei Behältergrößen, die sich in den Abmessungen und im Rauminhalt unterschieden, aber alle maximal eine Zuladung von 1 t erlaubten: Typ A (1 m³), Typ B (2 m³) und Typ C (3 m³). Die Transportbehälter nahmen eine Grundfläche von rund 2 x 1 m ein und hatten je nach Typ ein Eigengewicht von ca. 250-400 kg. Das Be- und Entladen erfolgte durch den Kunden, geliefert wurde durch die DSB von Tür zu Tür. Die Vergütung berechnete sich aus der Nutzlast (min 200 kg) und der Transportstrecke. Auf Wunsch war eine Eilzustellung oder der Versand ins Ausland möglich. Außer lebenden Tieren war jedes Ladegut zugelassen, sofern es keine dauerhafte Geruchsbelästigung oder sonstige Beeinträchtigungen hinterließ.

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Ab 1960 bot die DSB ihre Transportbeholder auch in thermisch isolierten Ausführungen an.

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Mit dem Aufkommen motorisierter Gabelstapler wurden geeignete Transporteinheiten eingeführt, bei denen es sich zumeist um Palletten und davon abgeleitete Formen handelte. Diese Systeme wurden 1961 mit der "Europoolpalette" (kurz: Europallette) europaweit vereinheitlicht.

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Mit der "Kølebox" präsentierte die DSB 1956 einen thermisch isolierten Behälter zum Transport von Tiefkühlwaren bei -20 °C. Als Kühlmittel diente Trockeneis, das in mit Packpapier umwickelten Blöcken mit dem Ladegut in die Box gegeben wurde. Das Behältermodell "Kl p/2" wog 40 kg und bot eine Zuladung von 240 kg bei einem Rauminhalt von 0,165 m³. Der Deckel hatte einen plombierbaren Verschluß, das Behältnis war mit Kranösen versehen. Die Anschriften in der Box vermerkten ausdrücklich, daß der Eisbedarf in Abhängigkeit der Kühldauer, nicht der Menge des Ladeguts zu bestimmen war:

Empfohlene Trockeneismengen für die DSB-Kølebox Typ Kl p/2:
Transportdauer Sommerhalbjahr (Mai-Oktober) Winterhalbjahr (November-April)
12 h 4,5 kg 3,5 kg
24 h 7,5 kg 6,0 kg
48 h 16,0 kg 13,0 kg

Die Kølebox wurde in 50 Exemplaren beschafft und zum gleichen Tarif wie die Transportbeholder Typ A an die Kunden vermietet. Da die Behälter nicht den internationalen Richtlinien entsprachen, durften sie nur innerhalb Dänemarks sowie in Norwegen und Schweden verwendet werden.

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Kirkebæk, E. (1956): Anskaffelse af kølebokse. Vingehjulet 14. årgang nr. 5: 54.



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1980 bewarb die DSB die Versandform "Modultransport". Dabei handelte es sich um Standard-Europaletten mit einer Grundfläche von 800 x 1.200 mm, an denen seitliche Gitterwände montiert wurden. Die Gitterwände wurden in den Höhen 400, 800 und 1.600 mm angeboten, so daß verschiedene Volumina mit einheitlichen Lademaßen verfügbar waren. Die Gitter an den Langseiten konnten zum Be- und Entladen entfernt werden. Die Einheiten waren stapelbar und ließen sich mit Gabelstaplern und Hubwagen bequem bewegen. Zwischen den Güterterminals erfolgte der Transport der Module auf der Schiene, die Adressen von Absender und Empfänger wurde auf der Straße erreicht. Dabei blieb es dem Kunden überlassen, hierfür die DSB zu beauftragen oder den Transport selbst zu organisieren. Die DSB bot die Module auf Mietbasis an, um eine möglichst hohe Umlaufrate der Einheiten zu erreichen.

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Die DSB-Gütersparte "DSB gods" stellte 1989 das Behältersystem "+box" (sprich "Plusbox") vor. Die Behälter hatten eine Grundfläche von 3.400 x 2.550 mm, eine Höhe von 2.535 mm und eine Zuladung von 6,7 t. Die +box ließ sich allseitig beladen: Die Schmalseiten waren als Rolltore ausgeführt, deren Lamellen weiß lackiert waren. Die Langseiten wurden durch zwei gelb lackierte Schiebetüren gebildet, die übereinander liefen und an der Innenseite mit Ankerschienen für Absperrstangen und Zurrgurte versehen waren. Eine Innovation stellte die rechnergestützte Überwachung der Sendungen dar: So wurden Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit oder heftige Erschütterungen aufgezeichnet und beim Überschreiten von Grenzwerten eine Meldung an das nächste DSB-Güterzentrum ausgelöst. Auch die Verriegelung der +box ließ sich nur nach Eingabe eines entsprechenden Codes öffnen. Die +box bot die Beförderung der Behälter auf der Schiene zwischen 11 landesweit verteilten DSB-Güterzentren an. Für den Versand auf der Schiene beschaffte die DSB 32 Tragwagen aus dem Bestand der SJ als DSB Ljlps. Ddie Zustellung zum Kunden erfolgte mit speziellen Lkw mit hydraulischen Ladevorrichtungen. Das +box-System wurde 1995 eingestellt.

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1999 verkaufte "DSB gods" die Stückgutsparte an die Spedition "Danske Fragtmænd", die den gesamten Geschäftsbereich auf die Straße verlagerte. Die zuvor im Stückgutverkehr eingesetzten Güterwagen wurden abgestellt oder veräußert.


Quellen:
DSB (1967): Vognladningsgods. (DSB Werbebroschüre).
DSB (1980): DSB vil sætte mere system i transporten af stykgods. (DSB Werbebroschüre).
Thestrup, Poul (1997): På sporet 1847-1997: Jernbanerne, DSB og samfundet. 3 Bd. Odense: Jernbanemuseet.
Woxenius, Johan (1998): Intermodal transshipment technologies - an overview (Dissertation).